10.02.2008

Ein unmoralisches Angebot

Bereits eine der ersten Entscheidungen, die ein Eigentümer von Ebbsfleet United treffen
muss, wird richtungsweisend für die Zukunft des Clubs und vielleicht auch für die
Community von MyFootballClub werden: Liess doch der Sportartikelgigant Nike durch seinen
UK Sales Manager Paul Gillespie ein durchaus akzeptables Angebot überstellen, das die
Spieler-Ausrüstung und den ein oder anderen Merchandise-Gimmick für die nächste Saison
beinhaltet.
Rein finanziell betrachtet ein absolut okayes Offer, aber Nike?
Ausgerechnet Nike? Der Inbegriff des Bösen? Die Pest unter den ganz miesen Viren?
Sollen unsere Jungs wirklich in Shirts rumrennen müssen, die irgendwelche
höchstausgebeuteten Arbeiterinnen im fernen Asien für vielleicht zwei US-$ Lohn am Tag
herstellen müssen? [Nicht vergessen: Der achsotolle US-$ verliert nahezu stündlich an
Wert...]? Von Frauen, die sich oft sieben Tage die Woche 12 oder mehr Stunden die Seele
aus dem Leib ackern und, weil der Job ja noch nicht abenteuerlich genug ist, zusätzlich
noch körperlich misshandelt und sexuell belästigt werden? Die sogar beim Gang auf dem Klo
überwacht werden?
Muss so ein Schuppen unser Businesspartner werden? Nur weil Nike mal kurz mit den
Portokasse klimpert und Interesse an unserem Club heuchelt, in Wirklichkeit aber wohl nur
den Absatzmarkt von 28.000 Eigentümern sieht?
Ich sage NEIN.
MyFootballClub ist für mich eine Utopie. Ein Gegenentwurf. Die Chance, dem Fussballsport
seine Ethik zurückzugeben. Es geht darum, den Fussball liebenswerter zu machen. Das geht
bestimmt nicht, wenn wir die gleiche über Leichen gehende, widerlich blutaufsaugende
Giermentalität an den Tag legen, wie die meisten anderen Clubs der Welt auch.
Ich weiss, ich stehe mit dieser Sicht nicht allein. Ich hoffe, wir sind nicht eine
verschwindende Minderheit.
Die "Weisheit der Massen, die grundlegende Idee der MyFC-Idee, steht auf dem Prüfstand.